Gela Allmann – Sturz in die Tiefe

Heute möchte ich euch Gela Allmann vorstellen, sie ist Bergläuferin und Model. Bei einem Model-Job in Island stützte sie 800 Meter in die Tiefe und überlebte mit unzähligen Knochenbrüchen. Um mehr über ihr Schicksal und vor allem ihren Weg zurück zu erfahren, habe ich ihr Buch „Sturz in die Tiefe“ gelesen und ich kann es euch nur empfehlen. Im Sport muss man sich auch mit Niederlagen und Rückschlägen auseinander setzen und gerade für verletzte Sportler ist dieses Buch eine Bereicherung.

Ich möchte euch nun drei Dinge nennen, die Gela auf ihrem Weg zurück geholfen haben.

Ziele definieren

Ziele sind in jeder Lebenslage wichtig, ohne klares Ziel fällt es nur schwer die Motivation für harte Trainings oder unangenehme Aufgaben zu finden. Es ist wichtig, dass man sich sein Ziel mit Bildern und Emotionen vorstellt, sodass es in Fleisch und Blut übergehen kann. Gela hat ihr Zimmer im Krankenhaus daher mit Fotos von ihr auf den Bergen dekoriert. So wurde sie von Beginn an täglich erinnert wo sie wieder hin möchte und wofür ihr Herz schlägt. Gela erklärt sehr gut welche große Rolle die Emotionen spielen, daher möchte ich euch eine Passage aus ihrem Buch zitieren: „Ich glaube, jeder Mensch kann mit Erinnerungen und Gedanken positive Energie erzeugen, wenn er diese richtig einsetzt. Man muss sich nur ein Erfolgs- oder Glückserlebnis vor Augen halten und noch einmal das Gefühl hervorrufen, das man damals empfunden hat: Stolz, Freude, unbändige Kraft und Energie. Es muss sich nicht zwangsläufig um ein sportliches Highlight handeln. Es kann auch ein Moment im Job sein oder aus dem Privatleben. Positive Gefühle und Emotionen sind unser Motor. Sie treiben uns an. Sie lassen uns Bäume ausreißen.“

Das Umfeld

Gerade nach Verletzungen spielen die Personen in deinem Umfeld eine große Rolle. Neben der Familie und den Freunden trägt der/die PhysiotherapeutIn eine entscheidende Rolle. Nicht nur Anna Veith (ehem. Fenninger) und Lindsey Vonn haben das in ihren Reha-Momenten betont auch Gela Allmann und viele weitere Sportler betonen wie wichtig die Rolle des/der TherapeutenIn bei der Genesung sind.

Akzeptiere deine Schwächen und deine aktuelle Situation

Der nächste Punkt betrifft nicht nur Sportler sondern jeden Menschen, der seine Lebensqualität verbessern will. Akzeptiere deine Schwächen, sie sind da und ein Teil von dir. Je schneller du das annimmst umso eher kannst du dich wieder auf die wichtigen Dinge, wie z.B. den eigentlichen Wettkampf, konzentrieren.

Neben den Schwächen ist es auch wichtig die aktuelle Situation zu akzeptieren und hierzu möchte ich wieder einen Teil des Buches zitieren:“ Die Herausforderung des Lebens besteht nicht nur darin, eine bestimmte Situation zu meistern, so wie ich jetzt zum Beispiel meine Zeit im Krankenhaus und die Rückkehr ins Leben meistern muss. Nein, die Herausforderung besteht auch darin, das Leben einfach so anzunehmen, wie es ist. Alles beginnt mit der Akzeptanz der eigenen Situation, so schäbig diese auch gerade aussehen mag. Da hilft es nicht, sich diese Situation schön- oder schlechtzureden. Es hilft nicht, in der Vergangenheit herumzuwühlen und sich tausendmal mit Hätte-könnte-wäre-Szenarien zu beschäftigen. Oder ständig in der Zukunft zu leben, in der man dann dieses und jenes endlich haben und bekommen und machen könnte. Es nutzen keine Vergleiche mit anderen, die viel schöner, reicher und schneller sind als man selbst und denen die Dinge vermeintlich viel leichter fallen. Nein, die Musik spielt im Hier und Jetzt, und sie spielt ausschließlich für einen selbst. Das Einzige, was hilft, ist, die eigene Situation genauso zu akzeptieren, wie sie ist. Kein Neid, keine Missgunst, keine Zweifel und keine falschen Illusionen. Jeden von uns ereilen im Laufe seines Lebens diverse Schicksalsschläge. Bei niemandem läuft es immer nur nach Plan. Unfälle, Krankheiten, Sterbefälle, Jobprobleme, Familienstreit, schlimmer Liebeskummer und Trennungsschmerz. Gäbe es diese traurigen Umstände nicht, so würde man auch die glücklichen Lebensphasen viel zu wenig zu schätzen wissen. Man könnte niemals innehalten und zu sich selbst finden, niemals neuen Mut fassen. Glücklich kann man nur sein, wenn man lernt, jedem Tag und jeder Situation etwas Positives abzugewinnen. Oft bringen uns erst das Scheitern, ein Fehler, ein falscher Schritt oder eine schmerzliche Erfahrung weiter. Erst in diesen Krisenmomenten beginnen wir tief in uns hineinzuhören und die Wichtigkeit der Dinge zu hinterfragen, mit denen wir uns beschäftigen. Kurze Trauerphasen gehören dazu und sind wichtig, um sich neu zu sortieren. Aufzugeben und voller Selbstmitleid den Kopf hängen zu lassen, das ist niemals eine Lösung.“

Hier findet ihr ein Interview mit Gela


Foto:
www.angelikaallmann.de

 

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